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Abstract 


 

 

Erhöht die Teilnahmemöglichkeit für Internetnutzende in einem Offline-Modus die Datenqualität eines probabilistischen Mixed-Mode Panels?

*David Bretschi
Bundeskriminalamt - Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus

 

 Nach bisherigen Forschungsergebnissen können probabilistische Online Panels einen potenziellen Coverage-Bias reduzieren, indem sie Personen ohne Internetzugang einen alternativen Erhebungsmodus anbieten. Eine weitgehend ungeklärte Frage besteht dagegen darin, ob sich ein potenzieller Nonresponse-Bias in Online Panels reduziert, indem Internetnutzenden bei Ablehnung einer Online-Teilnahme ein alternativer Erhebungsmodus angeboten wird. Diese Studie untersucht mit Daten des GESIS Panels, als probabilistisches Mixed-mode Panel, wie sich das Angebot einer postalischen Befragung für Internetnutzenden auf den Nonresponse-Bias von Populations- und Modelschätzungen auswirkt. Die Ergebnisse der Studie zeigen für soziodemograpische Variablen Unterschiede zwischen Internetnutzenden und Nicht-Nutzenden im postalischen Modus sowie zu Befragten im Online-Modus. Falls die Befragtengruppe der Internetnutzenden im postalischen Modus allerdings aus der Datenanalyse ausgeschlossen wird, so führt dies nur bei wenigen Populationsschätzungen derselben soziodemographischen Variablen zu einem höheren Bias verglichen mit einer Referenzstichprobe. In weiteren Analysen wurden zwei veröffentlichte Studien mit den Daten des GESIS Panels reproduziert, um zu untersuchen, wie sich der Ausschluss von Internetnutzenden im postalischen Modus auf die Schätzungen von Mittelwerten und Modellen auswirkt. Während die Mittelwerte zahlreicher Variablen aus den Modellen signifikante Abweichungen aufweisen, finden sich in den Modelschätzungen nur geringe Unterschiede. Insgesamt liefert diese Studie neue Erkenntnisse zu der Datenqualität und zu Rekrutierungsstrategien von Mixed-mode und Online Panels.