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Abstract 


 

Messinvarianz von sozialem Vertrauen und subjektivem Wohlbefinden im ESS 6 

Dorothea Müller
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Die Konzepte des sozialen Vertrauens und des subjektiven Wohlbefindens (SWB) beschäftigen die empirischen Sozialwissenschaften seit mehreren Jahrzehnten. Empirische Analysen zu diesen Themen basieren dabei oftmals auf Vergleichen verschiedener Gruppen (z.B. Ländern) und widmen sich der Frage, warum in manchen Ländern und Gruppen ein höheres Vertrauen oder SWB vorliegt als in anderen. Sie gehen auch der Frage nach, welche weiteren Faktoren die Verteilung von Vertrauen und SWB beeinflussen.  

Mit dem steigenden Interesse an komparativen Analysen und der zunehmenden Verfügbarkeit und Qualität internationaler Datensätze rückt somit die Frage immer stärker in den Vordergrund, inwieweit sich sozialwissenschaftliche Konstrukte wie soziales Vertrauen und das SWB zwischen verschiedenen Ländern methodisch einwandfrei miteinander vergleichen lassen.  

In der methodologischen Literatur wird immer wieder betont, dass eine Vergleichbarkeit von Konstrukten zwischen verschiedenen Gruppen (z.B. Ländern) oder Zeitpunkten nicht per se vorausgesetzt werden kann, sondern empirisch geprüft werden muss. Eines der meistverwendeten Verfahren einer solchen Prüfung der Messinvarianz ist die Mehr-Gruppen Konfirmatorische Faktorenanalyse (MGCFA). Der Vortrag erläutert, wie eine solche Überprüfung aussehen kann, welche Vorteile sie mit sich bringt und welche Schwächen sich bei dem Verfahren zeigen. Dies wird exemplarisch anhand der Messinvarianzanalyse für ein Konstrukt des sozialen Vertrauens und zwei Konstrukte des subjektiven Wohlbefindens im Vergleich von Deutschland und Dänemark dargestellt. Die Datengrundlage bildet die sechste Welle des European Social Surveys (2012). Die Ergebnisse zeigen, welche Problematiken und methodischen Vorteile die Messinvarianzanalyse bietet, wenn der Einfluss des sozialen Vertrauens auf das subjektive Wohlbefinden ländervergleichend betrachtet wird. Darüber hinaus werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Dänemark deutlich, die über einen rein deskriptiven Vergleich hinausgehen.